Trends in der Versicherungsbranche – mehr Innovationen bitte!

Mit 26,8 Prozent nutzen 13,78 Millionen Internetnutzer  das Netz für die Online‐Informationssuche rund um Versicherungen und bereits 9 Prozent, das sind 4,61 Millionen haben eine Versicherung über Internet abgeschlossen. (Agof Studie 2013)

Der Kunde von heute möchte schnelle, passende Informationen, um den Versicherungsschutz zu finden, der zu ihm passt. Auf diese Informationen möchte er von allerorts zugreifen können ohne unbedingt ein Versicherungsfachgeschäft zu betreten. Er schert sich nicht um Öffnungszeiten.

Versicherungen benötigen Webseiten, die auf einem Tablet oder Smartphone genauso gut funktionieren (responsive Design) wie auf einem Desktop. Eine gute Informationsaufbereitung reicht heutzutage aber nicht mehr aus.  Aufkommende Fragen sollen am liebsten sofort beantwortet werden, am besten von zu Hause oder unterwegs, wenns grad passt.

ergo

Kommunikationsangebot der Ergo Direkt Versicherung

Es werden also zusätzliche Kommunikationsangebote benötigt, wie z.B. Skype, ein Chatdienst, der sich  etabliert hat, um Kunden zu erreichen, die keine Vertretung vor Ort haben und z.B. auf einer Insel wohnen. Skypelösungen in der Versicherungsbranche nehmen zu. Exemplarisch sei hier die Ergo Direkt genannt, die  Ihren Kunden ein umfangreiches Kontaktangebot inklusive Skype anbietet. Auf Ihrer Internetseite haben sie alle Kommunikationsmöglichkeiten übersichtlich dargestellt. Die Kunden haben die Möglichkeit, den für sie passenden Kommunikationskanal zu wählen.

Social Media Plattformen wie Blogs, Facebook, Twitter, Xing etc. eignen sich prima um das eigene Unternehmen näher vorzustellen, insbesondere die Menschen, die es ausmachen.

Wo engagiert sich das Unternehmen, welche Neuigkeiten gibt es, welche Veranstaltungen stehen an? Der heutige Versicherungskunde guckt gerne mal hinter die Kulissen. Nicht zu verachten, potenzielle Bewerber möchten sich auch gerne im Vorfeld einen Eindruck verschaffen, welches Unternehmen am besten zu ihnen passt. Eine reine Website reicht da schon lange nicht mehr aus. Bewerber möchten sich über ihren zufünftigen Arbeitgeber  informieren, indem sie sich Mitarbeiterinterviews anschauen, den Unternehmensblog verfolgen und Fragen direkt über Social-Media-Plattformen wie Xing, Facebook etc. stellen. Eine gesunde Work-Life-Balance ist für die junge Generation heutzutage wichtiger als Geld.

Für 85 % ist die Work-Life-Balance ein wichtiges Kriterium zur Arbeitgeberauswahl. *Befragung von Batten & Company

Bietet ein Versicherungsunternehmen keine umfangreichen Informationen an und stellt sich nicht dem Dialog mit den Mitarbeitern von morgen, wird es Schwierigkeiten haben, passende Mitarbeiter zu finden. Der „war for talents“ betrifft alle Unternehmen und gute Mitarbeiter können sich heutzutage den für sie passenden Arbeitgeber aussuchen. Die Qualifikation der Mitarbeiter hat entscheidenden Einfluss auf den Service und die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens. Deshalb ist ein eine offene Dialogbereitschaft im Vorfeld wünschenswert, um High-Potentials zu gewinnen.

Durch Social Media können auch neue Geschäftsfelder entstehen, das hat die Versicherungsbranche am Beispiel von friendsurance vor ein paar Jahren erlebt und war sichtlich überrascht. Das Prinzip ist simpel. Interessierte schließen sich zusammen und versichern sich gemeinsam bei friendsurance. Bleiben sie schadenfrei, erhalten sie einen Teil ihrer Beiträge zurück, wenn nicht, dann zahlen sie den vereinbarten Jahresbeitrag, der sehr günstig ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Gruppe ein starkes eigenes Interesse hat schadenfrei zu bleiben, was dem Unternehmen gute Risiken beschert. Das Beispiel zeigt, dass oftmals klassische Dinge neu erfunden werden können. Ein schönes Beispiel wie ich finde, ist auch das „klassische Sparbuch“, welches die Sparkassen aufgepeppt und neu erfunden haben. Klicksparen als modernes Sparbuch.

Das traditionelle Sparbuch war gestern, heutzutage gibt es dafür Apps. Wäre so eine Lösung nicht auch denkbar für Überschussmitteilungen im Lebensversicherungsbereich?

Das wäre doch mal eine nette Alternative zu den langweiligen Überschussmitteilungen zu Lebensversicherungen 🙂 Statt dessen eine visuelle Lösung, die mir anzeigt, wieviel Geld ich bereits gespart habe und was ich mir davon kaufen könnte.

 Apps auf dem Vormarsch, waren es 2011 noch 17 Prozent, die Apps nutzten, so sind es 2013 schon 44 Prozent Nutzer, Tendenz steigend! (ARD/ZDF- Onlinestudie)

Kein Wunder also, dass die Versicherungsbranche hier auch ausprobiert. Neben den klassischen Versicherungssapps gibt es aber auch hier den Versuch neuer Geschäftsmodelle. Es gibt immer mehr Anbieter, die einen kurzfristigen Versicherungsschutz via App anbieten, z.B. Appsichern. Da gibt es dann auch schonmal einen kreativen „Jeckenschutz“ für die Karnevalszeit, bestehend aus einer Unfallversicherung, gültig von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch oder eine Carsharingversicherung. Der Interessierte kann sich sofort über die App absichern ohne erst auf den Versicherungsschein warten zu müssen, die Bezahlung erfogt via paypal, sofort ident oder wirecard.

Fazit: Die Kundenerwartungen an Versicherer steigen und der Wunsch nach einem umfangreichen Kommunikationsangebot rund um die Uhr nimmt zu. Trends in der Versicherungsbranche werden schleppend umgesetzt. Mobil-fähige Webseiten sind immer noch nicht Standard. Moderne innovative Lösungen wie die Klicksparen-App der Sparkassen, die alte klassische Produkte attraktiver machen, nicht vorhanden.

Tipp: Eine empfehlenswerte kostenlose Studie zum Thema Trends in der Versicherungswirtschaft 2015 ist von der Universität St. Gallen, vom Institut der Versicherungswirtschaft erschienen.

 

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